KONTAKT

Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

 

* diese Angaben sind Pflichtfelder.
(Informationen zu unserem Datenschutz)

Telefon: 0931-26080710

Rührende Bilderfreundschaft

Rührende Bilderfreundschaft

Notbetreuungsgruppen-Grundschüler malen für Menschen mit Behinderungen und werden überrascht

Notgruppe - Bilderfreundschaft

Delano sieht seine Mutter in diesen Tagen, die wir alle so nicht erlebt haben, und von denen wir nicht wissen, was sie uns noch bringen, seltener als sonst. Sie arbeitet als Pflegedienstleitung in den ARCHE-Wohnpflegeheimen für Menschen mit Behinderung in Rottenbauer, am Heuchelhof und in Heidingsfeld. Sie ist, wie ihre Leitungskollegen auch, in der aktuellen Zeit mehr gefragt, denn je: „Auch wir wappnen uns für den Notfall, der hoffentlich nicht kommt. Da bleibt keine Zeit für den Blick auf die Uhr und leider auch weniger für Delano.“

Ein systemrelevanter Job also, von denen wir in Zeiten der Covid-19-Pandemie viel hören. Delano weiß nur zu gut, was das heißt, er bekommt es jeden Tag hautnah mit. Auch für ihn keine leichte Zeit: „Aber meine Mama ist eine echte Heldin!“ Der Neunjährige geht für gewöhnlich in die dritte Klasse der UNESCO-Ganztagsschule am Würzburger Heuchelhof – normal, aber normal ist dieser Tage leider nichts. Die Schulen sind geschlossen. Delano geht trotzdem, besucht aktuell die Notgruppe, weil seine Mama weniger Zeit hat. Aber sie hat Ideen. Und so wird seit Tagen im Klassenzimmer ganz viel gemalt. Farbe soll die Tristesse der gehandicapten Heimbewohner, die nicht nach draußen dürfen, verjagen. Bunte Bilder, bunte Geschichten, jede einzigartig für sich.

Delano bringt die Bilder seiner Mama, seine Mama die Bilder den Heimbewohnern. Das alleine wäre schon schön, die Geschichte ist aber nicht zu Ende. „Unsere Bewohner sind hellauf begeistert, sie sind teilweise zu Tränen gerührt und sie wollen alle unbedingt wissen, wer die kleinen Künstler sind, sie wollen sie treffen.“ Das geht in diesen Tagen aber nicht. Die Zeit ist eine andere geworden, vieles ist nicht mehr so, wie es einmal war. Und seit ein paar Tagen malen auch die Menschen mit Behinderung aus den ARCHE-Wohnpflegeheimen was das Zeug hält. Die Bilder bekommt Delanos Mama – und Delano bringt sie mit in die Notgruppe der UNESCO-Grundschule am Heuchelhof. Es ist keine Brief-, sondern eine Bilderfreundschaft. Eine die Kraft gibt – und eine, die Sinn macht. In einer Zeit, wo Jung und Alt zusammenstehen. Nicht nur am Heuchelhof, in Rottenbauer oder Heidingsfeld. „Am besten auf der ganzen Welt“, sagt Delano.